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Flaschengärung und Fassgärung
In der Anfangszeit des Sektes erfolgte die "prise de mousse", die schaumbildende Zweitgärung, stets in der Flasche. Durch regelmäßiges Rütteln der Flaschen, die in
speziellen Rüttelpulten gelagert werden, sammelt sich bei dieser Methode der Hefesatz im Flaschenhals. Danach werden die Flaschen mit dem Hals in ein Kältebad gelegt, damit der
Hefesatz gefriert. Nun wird die aufrecht gestellte Flasche geöffnet und der Kohlensäuredruck schleudert den Hefepfropfen heraus. Der lagert dann noch auf der abgestorbenen Hefe, mindestens noch 6
Monate und dadurch wird der Sekt einfach feiner und reifer und qualitativ besser und je länger er auf der Hefe liegt, desto schöner und feiner wird er und desto feiner bindet sich auch
die Kohlensäure in dem Sekt ein.
Beim Fassgärverfahren ersetzt ein großvolumiger, druckfester Gärbehälter die Flaschen. Nach Abschluss der Gärung und Umfüllung in
einen Gegendruckbehälter, folgt das Ausfiltern der Hefe. Nach dem Trennen von der Hefe wird der kristallklare Sekt unter Gegendruck in die Flaschen abgefüllt.
Bei beiden Methoden wird die Cuvée durch die Zugabe von Zucker und Hefe (Fülldosage) zur
zweiten Gärung gebracht. Unter Einwirkung von Hefe wird der Zucker in Alkohol und Co2 umgewandelt. Nach Abschluss der 2. Gärung hat der Sekt seine Perlen gewonnen, jedoch seinen natürlichen Zuckeranteil
verloren. So wird der nun absolut trockene Sekt mit der sogenannten "Versanddosage" harmonisch abgestimmt. Hierbei wird eine genau, bemessene Menge in Wein gelösten
Zuckers zugesetzt, die bestimmt, ob der Sekt brut, trocken, halbtrocken oder mild ist. Der Gehalt steigt von Extra-Brut, mit einem Restzuckergehalt von 6 Gramm pro Liter,
über Brut, Extra-Trocken, Trocken, Halbtrocken bis Lieblich an. Hier sind bis zu 80 Gramm Restzucker erlaubt.
Die höhere Qualität der Flaschengärungssekte erkennt man schon im Glas. Die
aufsteigenden Kohlensäurebläschen sind viel feiner und die Kohlensäure bleibt viel länger im Sekt gefangen. Sekt nach der traditionellen Flaschengärung der Champagnermethode,
hat auch am Tag nach dem Entkorken noch jede Menge prickelnde Kohlensäure zu bieten.
Die aufwändigere handwerkliche Herstellung eines Flaschengärungssektes hat natürlich
ihren Preis. Wichtigste Faktoren sind hier der hochwertige Grundwein und der wesentlich höhere Arbeitsaufwand (jede Flasche wird zigmal in die Hand genommen) und die längere
Lagerzeit des Sektes auf der Hefe (Zinskosten).
Würden Sie eine Flasche Weißwein kaufen, die 45 Cent (= 0,45 €) kostet ?
Ein kleines Rechenbeispiel zeigt Ihnen warum Sie beim Sekt auf Qualität achten sollten:
Industriell hergestellter Tankgärungssekt Verkaufspreis 2,00 €: ./. 0,28 € Mehrwertsteuer
= 1,72 € ./. 1,02 € Sektsteuer = 0,70 € ./. 0,11 € Kosten für Füllung, Transport und Grüner Punkt = 0,59 € ./. 0,20 € Materialkosten (Flasche, Korken, Kapsel, Etikett, Karton) = 0,39 € (+ MwSt.=0,45 €) dieser Betrag bleibt für den Grundwein übrig.
Die Sektsteuer beträgt immer 1,02 €, egal ob die Flasche 2.- oder 10.- € kostet, ebenso
sind die Füll- und Materialkosten nur wenig höher.
Deshalb denken Sie bitte daran: Der Kauf eines traditionell hergestellten Flaschen-
gärungssektes lohnt sich immer: Für etwas etwas mehr Geld in gute Grundweine investiert bekommen Sie einen wirklich prickelnden Genuß !
(Grafiken und Text mit freundlicher Genehmigung vom deutschen Weininstitut)
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